ERAS – echtes Recht auf Selbstbestimmung

Das Recht, selbst über Art und Zeitpunkt des eigenen Todes zu entscheiden, ist ein anerkanntes Menschenrecht und gehört daher in die Hand des einzelnen Menschen.

Der Staat hat zwar gewisse Sicherungsmassnahmen zu ergreifen, diese dürfen aber nicht zu solch extrem hohen Hürden werden, dass das Recht auf Selbstbestimmung faktisch nur noch auf dem Papier besteht.

 

Neun Jahre!

Rund neun Jahre dauert es heute, wenn man dieses Recht auf gerichtlichem Weg einfordern will. Angefangen bei den kantonalen Behörden, über das Bundesgericht bis und mit einem Entscheid des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg.

 

Neun Jahre!

Weltgeschichtlich betrachtet ist dies nicht mehr als ein Wimpernschlag der Zeit. Für den Menschen hingegen ist es eine sehr lange Zeit. Solange brauchte man um den Panamakanal zu bauen. Auch die Fertigstellung des Suezkanals dauerte neun Jahre und zum Bau der Autobahn von Wien nach Bratislava gingen auch mehr als acht Jahre ins Land.

 

Nochmals: Neun Jahre!

So lange geht es, um das Verfahren durchzuziehen. Ist das überhaupt noch ein Menschenrecht? Auf dem Papier, ja. Im wirklichen Leben, nein. Das ist nicht mehr als eine Schaufensterdekoration. Das aber verstösst gegen die Grundsätze des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), welcher festgehalten hat, dass die durch die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) garantierten Rechte nicht theoretisch oder gar illusorisch, sondern vielmehr praktikabel und real sein müssen.

Wer nicht gerade todkrank oder schwerst leidend ist, wird nach wie vor grosse Mühe haben, einen Arzt zu finden, der ihm das letale Barbiturat verschreiben wird. Denn die Behörden scheinen insbesondere nicht zu wollen, dass Menschen ohne krankheitliches Leiden von ihrem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch machen. Sie üben bezüglich der Rezeptierung des letalen Barbiturats entsprechenden Druck auf die Ärzte aus oder lassen sie darüber im Ungewissen, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bereits einmal festgestellt hat.

Jüngere Patienten oder auch ältere, die effektiv gesund sind, haben grösste Mühe, einen mutigen Arzt zu finden. Insbesondere haben diese Patienten dann nicht das den Alltag oft stark erleichternde Wissen, dass ihnen dieser Weg offen steht. Und vielen älteren Patienten geht es gegen den Strich, in solch existenziellen Fragen de facto lügen zu müssen, um an ihr Recht zu kommen.

Kann hier noch von einem echten Recht auf Selbstbestimmung gesprochen werden? Wohl kaum! Dieses theoretische Recht muss zu einem echten Recht werden. Um das zu erreichen haben wir unseren Verein gegründet.